Du wirst gebraucht
Kein Praktikum mit Zuschauerrolle. Ab der zweiten Woche leitest du eigene Einheiten — Fußball, Musik, Englisch, oder das Rennauto, das du mit den Kindern baust.
Mitmachen
Bolivien ist ein tolles Land und CADSE ein Projekt, das den Freiwilligen viel Liebe und Erfahrung zurückgibt. Wie du direkt vor Ort helfen kannst, steht hier — mit allen Zahlen, die du für eine Entscheidung brauchst.
Warum
Kein Praktikum mit Zuschauerrolle. Ab der zweiten Woche leitest du eigene Einheiten — Fußball, Musik, Englisch, oder das Rennauto, das du mit den Kindern baust.
Nach ein paar Monaten in Ushpa Ushpa sprichst du Spanisch, das kein Kurs dir beibringt — inklusive der Wörter, die es nur in Cochabamba gibt.
Die meisten Freiwilligen bleiben nach der Rückkehr Teil der Aquisito-Familie — im Verein, bei Aktionen oder als Fördermitglied.
Einsatzbereiche
Du hast zwei Möglichkeiten, CADSE vor Ort zu unterstützen. Der geförderte Dienst ist der einfachere Weg, der eigene der flexiblere.
Gemeinsam mit dem Verein Beethovianos Internacional e.V. entsenden wir durch das BMFSFJ finanzierte Freiwillige zu CADSE sowie an eine Partnerschule in Bolivien. Bewerbungsfristen und das Auswahlverfahren laufen über die Beethovianos.
Wer lieber unabhängig ist oder nur begrenzt Zeit hat, kann CADSE auf eigene Faust unterstützen. Wir helfen dir bei der Unterkunft, beim Visum und bei allen Fragen, die unterwegs auftauchen.
Schreib uns direkt — info@aquisito.de.
Vor Ort
CADSE ist ein sehr vielfältiges Projekt, bei dem du auf jeden Fall einen Platz finden wirst. Grundsätzlich gilt: je mehr Ideen du hast, je länger du bleibst und je selbstständiger du bist, desto mehr kannst du erreichen.
Zuerst hilfst du bei der Hausaufgabenbetreuung und unterstützt bei Aktivitäten. Sehr schnell kannst du aber schon eigene Ideen verwirklichen: den Kindern Fußball beibringen, mit ihnen singen oder ein Rennauto bauen. Solange es sich zeitlich und finanziell verantworten lässt und die Kinder weiterbringt, stehen dir alle Türen offen.
Langfristig erarbeitest du mit Mery und den anderen Freiwilligen ein Wochenprogramm, in dem jede und jeder eine eigene Sektion leitet. In den Ferien organisiert ihr zusammen ein Ferienprogramm.
Sechs Monate, die dich länger begleiten.
Alltag
Du wohnst im Zentrum der Stadt, in der Nähe von Märkten, Bars und Restaurants — entweder in einer Gastfamilie oder in einer WG mit Freiwilligen aus anderen Projekten.
Je nach Kapazität fährst du vier- bis sechsmal die Woche nach Ushpa Ushpa. Die Einrichtung erreichst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die dir vor Ort erklärt werden.
Gekocht wird in der Regel selbst — bei dem Angebot an frischem Obst und Gemüse keine Schwierigkeit. Und wenn doch, gibt es günstige und sehr gute Restaurants.
Zu Beginn bekommst du eine Einführung in ein paar grundlegende Regeln — welche Wege du abends nimmst, wie du Geld transportierst, welche Viertel du meidest. Wer sich daran hält, kommt gut zurecht.
Cochabamba ist die zentralste Stadt Boliviens. Mit Nachtbussen erreichst du alle größeren Städte des Landes und kannst dort deine freien Tage verbringen.
Cochabamba trägt den Beinamen „Stadt des ewigen Frühlings“. Selten wird es weit über 30 oder unter 15 Grad. Nimm Sonnencreme für die Höhensonne mit und ein paar Pullover für die Nacht.
Ablauf
Du schreibst uns über das Formular unten oder direkt per Mail. Wir antworten innerhalb einer Woche.
Ein Videogespräch mit jemandem aus dem Verein und, wenn es passt, mit Mery in Cochabamba.
Visum, Flug, Versicherung, Unterkunft. Beim geförderten Dienst übernehmen die Beethovianos das Seminarprogramm.
Die ersten Tage begleitet dich jemand, der schon länger da ist. Danach hast du deine eigene Sektion.
Häufige Fragen
Für den geförderten Dienst mit den Beethovianos zwischen 18 und 26 Jahren — das gibt das BMFSFJ-Programm vor. Auf eigene Faust gibt es keine Altersgrenze, nach oben wie nach unten.
Auf eigene Faust ja, mindestens Grundkenntnisse — die Kinder sprechen Spanisch, teilweise auch Quechua. Beim geförderten Dienst reicht es, wenn du bereit bist, vor Ort zu lernen. Die meisten sprechen nach drei Monaten fließend.
Ja. Weil du mit Kindern arbeitest, brauchen wir ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG. Du beantragst es bei deiner Meldebehörde; für ehrenamtliche Tätigkeit ist es gebührenfrei.
Beim geförderten Dienst laufen Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung über die Beethovianos als Trägerorganisation. Auf eigene Faust musst du dich selbst versichern — eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist Bedingung dafür, dass wir dich vermitteln.
Beim geförderten Dienst trägt das BMFSFJ einen Großteil. Erwartet wird, dass du einen Spendenkreis von 1.500 bis 2.000 € aufbaust — Familie, Freunde, ehemalige Schule. Auf eigene Faust finanzierst du Flug, Unterkunft und Lebenshaltung selbst; Letztere ist in Bolivien deutlich günstiger als in Deutschland.
Ehrlich gesagt: nein. Die Kinder bauen Beziehungen auf, und ein Abschied alle zwei Wochen kostet sie mehr, als der Einsatz bringt. Drei Monate sind das Minimum. Wenn du weniger Zeit hast, hilf uns von Deutschland aus — im Verein, bei Aktionen oder als Fördermitglied.
Anmeldung
Erzähl uns kurz, wer du bist und wann du Zeit hättest. Wir melden uns innerhalb einer Woche — auch wenn wir gerade keinen Platz haben.
Hintergrund
In Bolivien leben etwa 11 Millionen Menschen, die Mehrheit zählt zu den indígenas. Bolivien ist damit das einzige Land Südamerikas, in dem überwiegend indigene Gruppen beheimatet sind. In den Schulen wird neben Englisch je nach Region auch die indigene Sprache unterrichtet — Quechua, Guaraní oder Aymara. Amtssprache ist Spanisch; Quechua und Aymara sind ebenfalls anerkannt.
Musik und Tanz spielen eine große Rolle. Schon früh lernen Kinder die traditionellen Tänze, in der Schule und in Gruppen, die sich in Parks zum Üben treffen. An Festtagen ziehen desfiles stundenlang durch die Städte. Der Karneval von Oruro wurde 2001 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.
Seit 1998 gilt eine mindestens achtjährige Schulpflicht, rund 87 % der Kinder werden eingeschult. Die übrigen 13 % erreichen die Schule nicht: weil sie auf dem Land ohne Anbindung leben, weil sie arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen, oder weil zu Hause Quechua oder Aymara gesprochen wird und sie dem spanischen Unterricht nicht folgen können.
2014 erlaubte das „Gesetz 548“ Kindern ab 10 Jahren zu arbeiten. Nach internationaler Kritik und schlechter Umsetzung wurde es weitgehend zurückgenommen. Heute arbeiten dennoch mehr als 700.000 Kinder in Bolivien, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Genau hier setzt CADSE an.
So groß wie Frankreich und Spanien zusammen, im Herzen Südamerikas: Bolivien reicht vom Altiplano auf 4.000 Metern über subtropische Täler bis in die tropischen Tiefebenen. Die Salar de Uyuni ist mit über 10.000 km² die größte Salzwüste der Welt. Am Titicaca-See, den sich Bolivien und Peru teilen, liegt die Isla del Sol.
Mangos, Chirimoyas, Avocados, Papayas gehören zum Alltag. Wer zum ersten Mal über einen Markt läuft, ist überwältigt von dem, was die caseras täglich anbieten — dazu Quinoa, Mais und unzählige Kartoffelsorten.